Der richtige Gebrauch von Pflegeklassifikationen kann:
Das theoretische und strukturelle Fundament in Pflegeklassifikationssystemen bilden:
Dadurch Abbildung des Pflegeprozesses:
Pflegeklassifikationen dienen dazu, den Pflegeprozess mithilfe einer standardisierten Fachsprache systematisch abzubilden.
Durch den Einsatz von Systemen (zusammengefasst als NNN-Klassifikation) wird eine intra- und interprofessionelle Grundlage geschaffen:
Diese Grundlage ermöglicht eine präzise Beschreibung von:
Die NNN-Klassifikation unterstützt ein gemeinsames Verständnis der Situation des Patienten bei allen Beteiligten (Gordon 1994; Buleckek et al. 2012; Herdman 2012; Moorhead 2012).
Klassifikation
Taxonomie
Terminologie
Syntax
Es handelt sich hierbei um eine selektive Darstellung wesentlicher Punkte, nicht um eine abschließende oder vollständige Auflistung. Die Beispiele sind den Schritten des fünfstufigen Pflegeprozesses nach Gordon (Georg Thieme Verlag 2025) zugeordnet.

Abbildung 1: Einordnung der beispielhaften Klassifikationen in den fünfstufigen Pflegeprozess nach Gordon (Eigene Darstellung nach Georg Thieme Verlag 2025)
BAss (Pflegerisches Basis-Assessment) (Thieme RECOM, 2026b)
Standardisierte und systematische Erhebung pflegerelevanter Anamneseinformationen
Unterstützt das Personalmanagement durch Fallschwerebestimmung mit dem „BAss-Nursing-Case-Index“
Vereinfacht die Auswahl von Pflegemaßnahmen durch die Ableitung von ENP-Interventionen aus den BAss-Ergebnissen
Automatische Risikoskalen-Ermittlung (z. B. Braden-Skala, Barthel-Index, Hendrich-Skala, etc.)
Besteht aus sechs Modulen: 1. Mobilität, 2. Selbstversorgung, 3. Kognition, Wahrnehmung, Kommunikation, 4. Verhalten, 5. Risiken, Prävention, 6. Zustände mit erhöhtem Überwachungs-/Unterstützungsbedarf
Kann mit ENP verknüpft werden
RAI (Resident Assessment Instrument) (Wagner et al., 2020; Grebe, Brandenburg, 2015)
RAI „ist ein strukturiertes und standardisiertes Instrument zur Verbesserung der Pflegequalität in der Langzeitpflege.“ (Grebe, Brandenburg, 2015)
Es dient der systematischen Einschätzung des Pflege- und Unterstützungsbedarfs sowie der Pflegeplanung und Qualitätsbeobachtung.
Spezielle Untergruppen
RAI-HC (Resident Assessment Instrument-Home Care)
RAI-MH (Resident Assessment Instrument-mental health)
ICNP (International Classification of Nursing Practice) (Georg Thieme Verlag, 2015)
Entwickelt durch den International Council of Nurses (ICN)
Klassifikation der Pflegesprache
„Ziel der ICNP ist es, eine Sammlung von pflegerelevanten Fachbegriffen weltweit in vielen Sprachen zur Kommunikation zur Verfügung zu stellen.“ (Georg Thieme Verlag, 2015)
Neben sieben sogenannten Achsen setzt sich die ICNP auch aus Pflegediagnosen/Outcomes und Pflegeinterventionen zusammen.
Achsen: Fokus, Beurteilung, Mittel, Handlung, Zeit, Lokalisation, Klient
NANDA-I (North American Nursing Diagnosis Association International) (Thieme RECOM, 2026a)
„Mit der Pflegeklassifikation NANDA International werden Pflegesituationen anhand von ausgewählten Pflegediagnosen beschrieben. Pflegediagnosen gelten als Schlüssel zur evidenzbasierten, professionellen Pflege. Sie sind ein effektives Werkzeug, um die Bedürfnisse und Bedarf der Patient*innen zu erfüllen sowie den Pflegebedarf verlässlich zu ermitteln.“ (Thieme RECOM, 2026a)
Formulierung der Pflegediagnose mittels Beschreibung des Problems (zentrales Pflegephänomen), der Ätiologie (Ursache, beeinflussende Faktoren) und der Symptome
ENP (European Nursing care Pathways) (Georg Thieme Verlag, 2015)
„ENP (European Nursing care Pathways) ist ein Pflegeklassifikationssystem, das seit 1989 in Deutschland entwickelt wird, um im Rahmen einer Pflegedokumentation den Pflegeprozess in einer einheitlichen, sektorenübergreifenden und standardisierten Sprache abzubilden.“ (Georg Thieme Verlag, 2015)
In 7 Konzeptgruppen aufgeteilt: Pflegediagnose, Kennzeichen, Ursachen, Ressourcen, Pflegeziele, Pflegemaßnahmen, handlungsleitende Beschreibungen
NIC (Nursing Interventions Classification) (Bulechek et al. 2013)
„Die NIC ist eine umfassende, standardisierte Sprache zur Beschreibung der von Pflegenden durchgeführten Interventionen, Aktivitäten und Behandlungen.“
Kann mit anderen Pflegeklassifikationen verknüpft werden (NANDA-I, NOC) um den Pflegeprozess von der Diagnose über die Maßnahme bis zum Ergebnis abzubilden
LEP (Leistungserfassung in der Pflege) (Wied, Warmbrunn, 2012)
„Standardisiertes Instrument zur Erfassung und Dokumentation von pflegerischen Leistungen in definierten Standardzeitwerten. Sie dient der einheitlichen Dokumentation von Leistungen im Gesundheitswesen.“ (Wied, Warmbrunn, 2012)
In unterschiedlichen Settings anwendbar (z. B. Kliniken, ambulante Langzeitpflege, ambulante Pflege)
NOC (Nursing Outcomes Classification) (Moorhead, Swanson, Johnson, 2023)
Klassifikation zur Beschreibung von patientenbezogenen Ergebnissen, die aus Pflegehandlungen resultieren
Damit kann überprüft werden, ob pflegerische Maßnahmen den gewünschten Effekt /Ergebnis hatten