Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

Relevanz und Zielsetzung

  • Wunden gelten als chronisch, „wenn diese innerhalb von vier bis zwölf Wochen nach Wundentstehung unter fachgerechter Therapie keine Heilungstendenzen zeigen“
  • Fokus des Expertenstandards liegt auf der Versorgung von Menschen mit Dekubitus, Diabetischen Fußulcus und gefäßbedingten Ulcus cruris
  • Pflegebedarf resultiert aus wund- und therapiebedingten Einschränkungen auf das Alltagsleben der Betroffenen und ihrer Angehörigen
  • individuelles Erleben der chronischen Wunde verbunden mit Ängsten und Sorgen im Fokus
  • neben körperlichen Beeinträchtigungen auch Einschränkungen in der Selbstständigkeit und im sozialen Leben durch beispielsweise Bewegungsunfähigkeit, Schmerzen oder Wundgeruch und -exsudat
  • hinter jeder chronischen Wunde steht „eine chronische Krankheit, die bereits maßgeblich den Alltag der betroffenen Patienten/Bewohner beeinflusst“
  • Berücksichtigung des individuellen Krankheitsverständnisses des Patienten/Bewohners
  • Förderung und Erhaltung des gesundheitsbezogenen Selbstmanagements und des Wohlbefindens der Betroffenen
  • Ziel ist eine „pflegerische Versorgung, die das individuelle Krankheitsverständnis berücksichtigt, die Lebensqualität fördert, die Wundheilung unterstützt und die Rezidivbildung von Wunden vermeidet“

Welche Voraussetzungen sind nötig? (Strukturkriterien)

Die Pflegefachkraft verfügt über

  • aktuelles Wissen und kommunikative Kompetenz, Menschen mit chronischen Wunden und deren Einschränkungen, Krankheitsverständnis und gesundheitsbezogenen Selbstmanagementfähigkeiten zu identifizieren
  • aktuelles Wissen zur Behandlung wundbedingter Einschränkungen, zu krankheitsspezifischen Maßnahmen wie Bewegungsförderung, Druckverteilung oder Kompression, zur Wundversorgung, zu Grunderkrankungen und zur Rezidiv- und Infektionsprophylaxe als auch zum Hautschutz und zur Hautpflege
  • Steuerungs- und Umsetzungskompetenz
  • aktuelles Wissen und Kompetenz zu Information, Beratung, Schulung und Anleitung
  • die Kompetenz zur Beurteilung des Heilungsverlaufes und der Wirksamkeit der Maßnahmen

Die Einrichtung

  • verfügt über eine inter- und intraprofessionell geltende Verfahrensregelung
  • stellt die Verfügbarkeit eines pflegerischen Fachexperten sicher
  • stellt erforderliche Materialien für Assessment und Dokumentation bereit sowie Hilfs- und Verbandmittel
  • sorgt für angemessene Personalplanung
  • stellt Materialien für Information, Beratung, Schulung und Anleitung zur Verfügung

Welche Maßnahmen und Ziele werden berücksichtigt?

Tabelle 1 Prozess- und Ergebniskriterien zur Pflege von Menschen mit chronischen Wunden

Literatur

Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (2015): Expertenstandard. Pflege von Menschen mit chronischen Wunden. Online verfügbar unter: https://www.dnqp.de/fileadmin/HSOS/Homepages/DNQP/Dateien/Expertenstandards/ Pflege_von_Menschen_mit_chronischen_Wunden/ChronWu_Akt_Auszug.pdf (zuletzt geprüft am 10.09.2024).

Autor:in

Laura Anderle

Mitarbeiterin Stabsstelle Digitale Vernetzung in der Pflege (ehem.)

Universitätsklinikum Augsburg

aktualisiert von:

Martina Otto (M. A.)

Team Projektmanagement, Stabsstelle Digitalisierung und Pflegewissenschaft

Universitätsklinikum Augsburg