Screening-Tools zur Mobilität – Sturzrisiko früh erkennen
Was sind Screening-Tools?
Screening-Tools sind kurze Fragebögen oder Einschätzungen, die dabei helfen sollen, Personen mit einem erhöhten Risiko für Stürze zu identifizieren, besonders im häuslichen Umfeld. Sie sind einfach anwendbar und können bereits beim ersten Kontakt mit der betroffenen Person eingesetzt werden.
Diese drei Leitfragen gelten laut den World Falls Guidelines als international empfohlenes Instrument:
→ Wenn eine dieser Fragen mit „Ja“ beantwortet wird, besteht Handlungsbedarf.
Schon gewusst?
Auch die Orientierung zu Zeit, Ort, Person und Situation sollte laut dem Expertenstandard „Sturzprophylaxe in der Pflege“ überprüft werden → Vor allem bei Verdacht auf kognitive Einschränkungen.
Frau M. (Pflegefachfrau) besucht Herrn Berger (78), der alleine lebt. Im Gespräch stellt sie drei einfache Fragen:
Herr Berger verneint die ersten beiden Fragen, bejaht aber die dritte. Das weist darauf hin, dass er möglicherweise aus Angst Bewegungen vermeidet → ein möglicher Risikofaktor! Anna entscheidet, weitere Maßnahmen einzuleiten (z. B. einen Funktionstest durchzuführen und einen Hausbesuch der Physiotherapie anzuregen).
Funktionstests prüfen körperliche Fähigkeiten wie:
Ein bekanntes Beispiel ist der Timed Up and Go-Test (TUG), bei dem gemessen wird, wie schnell eine Person aufsteht, drei Meter geht, sich umdreht und sich wieder hinsetzt.
→ Hier erfährst du mehr zum Timed Up and Go-Test (TUG)!
Assessment-Tools (umfassendere Einschätzungsverfahren) analysieren zusätzlich individuelle Einflussfaktoren:
Sie sind hilfreicher für eine vertiefte Einschätzung, benötigen aber meist mehr Zeit und Fachkenntnis.
Ein bekanntes Beispiel ist derTinetti-Test, der zur Einschätzung des Sturzrisikos und der Mobilität benutzt werden kann.
→ Hier erfährst du mehr zum Tinetti-Test!
Bei der Entscheidung, welches Instrument eingesetzt wird, sollten folgende Fragen geklärt werden:
→ Für die schnelle Ersteinschätzung eignen sich Screening-Tools, für eine detaillierte Analyse eher Funktionstests oder Assessments.
Montero-Odasso, M., et al. (2022). World Guidelines for Falls Prevention and Management for Older Adults: A Global Initiative. Age and Ageing, 51(9). https://doi.org/10.1093/ageing/afac205
Ulrich, C., et al. (2021). Sturzprävention bei Menschen mit Demenz. Pflege Zeitschrift, 74(1), 34–37.
Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) (2023): Expertenstandard Sturzprophylaxe in der Pflege. Osnabrück.
Maria Schmidtmüller
Studentin “Angewandte Pflegewissenschaft (B.Sc.)”
Stabsstelle Digitalisierung und Pflegewissenschaft, Universitätsklinikum Augsburg
Geprüft durch:
Stefan Wörner, B.Sc.
Zercur Pflegefachkraft Geriatrie
Universitätsklinikum Augsburg