Ausscheidung

Die Ausscheidung ist ein natürlicher Vorgang des Körpers, bei dem Stoffwechselprodukte oder Flüssigkeiten ausgeschieden werden. Für Menschen mit Pflege- & Unterstützungsbedarf kann sie mit Einschränkungen oder gesundheitlichen Risiken verbunden sein.

Zur Ausscheidung zählen unter anderem:

  • Urin (Miktion) – über die Nieren und Harnwege
  • Stuhlgang (Defäkation) – über den Magen-Darm-Trakt
  • Schweiß, Atemluft, Tränen, Menstruationsblut, Speichel/Sputum, Erbrochenes
  • Perspiratio insensilibis (unbemerkter Flüssigkeitsverlust über Atmung, Stuhl und Haut)

Warum ist Ausscheidung in der Pflege wichtig?

Ausscheidungen können wichtige Hinweise auf den Gesundheitszustand des Patienten bzw. der Patientin liefern. Veränderungen in Farbe, Geruch, Häufigkeit oder Konsistenz können auf Erkrankungen hinweisen. Eine aufmerksame Beobachtung hilft, frühzeitig Probleme zu erkennen und entsprechend zu handeln. Pflegende unterstützen bei Bedarf bei der Durchführung der Ausscheidung und achten dabei auf die Wahrung der Würde, Intimsphäre und individuelle Bedürfnisse der zu betreuenden Person.

Beobachtung der Ausscheidung

Die Beobachtung der Ausscheidung ist Teil der Krankenbeobachtung in der Pflege. Typische Merkmale, auf die geachtet werden sollte:

  • Farbe, Geruch und Konsistenz
  • Häufigkeit & Menge
  • Beimengungen (z. B. Blut, Schleim)
  • Miktion oder Defäkationsvorgang (z.B. schmerzhaft, erschwert oder fehlend)

Schon gewusst? Veränderter Geruch von Urin kann auf eine Harnwegsinfektion hinweisen.

Unterstützungsformen in der Pflegepraxis

Pflegebedürftige Menschen benötigen häufig Unterstützung bei der Ausscheidung. Dazu zählen:

  • Hilfe beim Toilettengang
  • Nutzung von Hilfsmitteln wie Urinflaschen, Steckbecken oder Inkontinenzmaterial
  • Wechsel von Produkten und Hautpflege zur Vermeidung von Hautschäden

Wichtig: Die Kommunikation über dieses oft schambesetzte Thema sollte einfühlsam und respektvoll erfolgen.

Inkontinenz als häufiges & sensibles Thema

Inkontinenz betrifft viele Menschen mit Pflegebedarf. Sie kann nicht nur körperliche, sondern auch psychosoziale Folgen haben – wie Scham oder sozialer Rückzug. Pflegende sind gefordert, individuell passende Maßnahmen zu finden.

Mögliche Maßnahmen:

Leistungen der Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in bestimmten Fällen die Kosten für Inkontinenzmaterial. Anspruch und Umfang richten sich nach dem Sozialgesetzbuch (SGB V). Eine ärztliche Verordnung ist meist erforderlich.

Gesetzestexte: § 33 SGB V – Hilfsmittel

Mehr Infos zu:

Literatur

I care Pflege. 2., überarbeitete Auflage. Stuttgart: Thieme; 2020. doi:10.1055/b-006-163255

PQSG.de (o. J.): Pflegeplanung – Beispiel Inkontinenz. Online verfügbar unter: https://pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-pflegeplan-inkontinenz.htm (zuletzt geprüft am 14.04.2025).

Pflegewerk (o. J.): Beobachtung der Ausscheidungen. Online verfügbar unter: https://www.pflegewerk.com/pflegekurse/2-krankenbeobachtung/beobachtung-der-ausscheidungen.html (zuletzt geprüft am 14.04.2025).

pflege.de (o. J.): Grundpflege – Definition, Maßnahmen & Leistungen. Online verfügbar unter: https://www.pflege.de/altenpflege/grundpflege/ (zuletzt geprüft am 14.04.2025).

sanubi.de (o. J.): Pflege bei Inkontinenz. Online verfügbar unter: https://sanubi.de/haeusliche-pflege/pflege-bei-inkontinenz (zuletzt geprüft am 14.04.2025).

Autor:in

Maria Schmidtmüller

Studentin “Angewandte Pflegewissenschaft (B.Sc.)”

Stabsstelle Digitalisierung und Pflegewissenschaft, Universitätsklinikum Augsburg

Geprüft durch:

  
Romy ReicherterDenise Kasper
Pflegespezialistin Neo-IMCPflegespezialistin IZ.01
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