Was versteht man unter der Körpertemperatur?
- Wichtiger Indikator für den Gesundheitszustand eines Menschen
- Die Körpertemperatur beträgt normalerweise ca. 37 °C
- Außentemperatur, körperliche Aktivität, Hormone (z. B. Gestagene), Stress, Schlaf und Alter des Menschen beeinflussen die Körpertemperatur
- Bei Abweichung vom Sollwert wird Wärme in die Umgebung abgegeben oder im Körper zurückgehalten bzw. produziert
- Abweichungen nach unten (Hypothermie) wie nach oben (Fieber; Hyperthermie) sind meist Anzeichen für irgendwelche Störungen
Tabelle 1 Körpertemperatur
Messung der Körpertemperatur
Warum?
- Körper reagiert auf Infektionen und andere Gesundheitsstörungen oftmals mit Fieber.
- Daher ist es wichtig, Schwankungen der Körpertemperatur zeitnah zu erkennen und den Verlauf möglichst genau zu messen.
Wann?
- Im Rahmen einer ausführlichen Befunderhebung als Routineuntersuchung, z. B. bei Aufnahme ins Krankenhaus oder ins Heim
- Bei schweren Erkrankungen oder plötzlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes
Wie?
Tabelle 2 Messorte der Körpertemperatur
Was versteht man unter Fieber?
- Eine äußerst komplexe Abwehrreaktion unseres Körpers auf Infektionen oder Entzündungen
- Hilft den Heilungsprozess in Gang zu bringen
- Der Temperatur-Sollwert im Gehirn ist hier im Gegensatz zur Hyperthermie verändert
Ursachen
- Infektionserreger (Erreger oder andere Mikroorganismen)
- Exsikkose oder Durstfieber (bei Flüssigkeitsmangel)
- Zentrales Fieber (bei Schädigung/Verletzung des Gehirns)
- Resorptionsfieber bzw. aseptisches Fieber (durch Zerfall körpereigener Zellen)
- Aktivierung des Immunsystems (bei entzündlichen Systemerkrankungen)
- Toxisches Fieber (bei Kontakt mit körperfremdem Eiweiß oder durch Medikamente)
Symptome
Tabelle 3 Symptome bei Fieber
Pflegemaßnahmen bei Fieber
- Die Überwachung und Pflege Fieberkranker hängt ab vom Zustand, Wünschen, Umgebung und Betreuungssituation
- Betreuung (psychisch durch Aufmunterung, Beruhigung, Aufklärung)
- Überwachung (Temperatur, Atmung, Puls, Haut)
- Körperpflege (lauwarme Waschungen, sorgfältige Mund-, Lippen-, Hautpflege)
- Prophylaxen
- Ernährung (Ausreichend Flüssigkeit, leichte, fettarme Wunschkost)
- Gut und häufig lüften
- Mobilisation (im akuten Stadium Bettruhe)
- Fiebersenkende Maßnahmen (Medikamentöse Therapie auf ärztliche Anordnung, Wadenwickel nach ärztlicher Anordnung)
- Wärmezufuhr durch Decken
- Pflegemaßnahmen werden je nach Fieberphasen unterschieden
Literatur
Mötzing, G.; Protz, K. & Schwarz, S. (2018): Behandlungspflege. In: Mötzing, G., Schwarz, S. (Hrsg.): Leitfaden Altenpflege. (358-462) 6. Auflage. München: Elsevier Urban & Fischer.
PAUL HARTMANN AG (2022): Körpertemperatur gibt erste Hinweise auf Störungen. Online verfügbar unter: https://www.zuhause-pflegen.de/de-de/pflegen-lernen/krankenbeobachtung/kontrolle-koerpertemperatur (zuletzt geprüft am 05.09.2024).
pqsg – das Altenpflegemagazin im Internet (2014): Standard „Temperaturmessung“. Online verfügbar unter: https://www.pqsg.de/seiten/openpqsg/hintergrund-standard-temperatur.htm (zuletzt geprüft am 05.09.2024).
Said, C. & Schön, J. (2016): Vitale Funktionen des Lebens aufrecht erhalten können. In: Köther, I. (Hrsg.): Altenpflege. 1. Auflage, zu den Inhalten des PSGII aktualisierter Nachdruck. Stuttgart: Thieme.
Autor:in
Kathrin Ebertsch
Teamleitung Projektmanagement
Stabsstelle Digitalisierung und Pflegewissenschaft, Universitätsklinikum Augsburg