Pneumonieprophylaxe

Was ist eine Pneumonieprophylaxe?

Pneumonieprophylaxe umfasst alle Maßnahmen, die darauf abzielen, eine Lungenentzündung (Pneumonie) zu verhindern. Sie richtet sich vor allem an Risikogruppen wie ältere Menschen, Patienten bzw. Patientinnen mit chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem.

Ursachen

Pneumonien können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

  • Bakterien (z. B. Streptococcus pneumoniae)
  • Viren (z. B. Influenza, RSV, Corona)
  • Pilze (selten, z. B. Aspergillus)
  • Aspiration von Nahrungsmitteln oder Flüssigkeiten, vor allem bei Schluckstörungen
  • Chemische Reizstoffe (z. B. bei Inhalation von Schadstoffen)

Risikofaktoren

  • Alter (sehr jung oder alt)
  • Chronische Erkrankungen (z. B. COPD, Diabetes)
  • Immunschwäche (z. B. durch Medikamente, HIV)
  • Krankenhausaufenthalte, insbesondere auf Intensivstationen

Ziele der Pneumonieprophylaxe

  • Verhinderung von Pneumonien: Reduktion des Risikos durch Infektionen oder Aspiration
  • Reduktion von Komplikationen: Minimierung von schwerwiegenden Folgeerkrankungen wie Lungenabszessen oder Sepsis
  • Senkung der Mortalität: Vor allem bei Risikopatienten soll das Sterberisiko durch Pneumonien verringert werden
  • Erhaltung der Lebensqualität: Weniger Krankenhausaufenthalte und Einschränkungen durch Pneumonien

Maßnahmen zur Prävention

Impfungen: Pneumokokken-, Influenza- und Pertussis-Impfungen schützen besonders Risikogruppen vor Pneumonien und deren Komplikationen.

Hygiene: Regelmäßiges Händewaschen, Atemwegshygiene und Rauchstopp reduzieren die Übertragung von Erregern und das Pneumonierisiko.

Mobilisation & Atemtherapie: Frühzeitige Mobilisation und Atemübungen bei bettlägerigen Patienten und Patientinnen fördern die Lungenbelüftung und verhindern Pneumonien.

Ernährungsoptimierung: Eine ausgewogene Ernährung stärkt das Immunsystem und senkt das Pneumonierisiko.

Vermeidung von Aspiration: Patienten und Patientinnen mit Schluckstörungen sollten entsprechend behandelt werden, um das Risiko einer Aspiration und sekundärer Pneumonien zu vermeiden.

Medikamentöse Maßnahmen: Bei immungeschwächten Patienten und Patientinnen kann eine prophylaktische Antibiotika- oder antivirale Therapie das Risiko einer Pneumonie verringern.

  • Lungenentzündung: Beispielsweise durch Bakterien und Viren verursacht
  • Risikofaktoren: Geschwächte Immunabwehr durch andere Vorerkrankungen und chronische Erkrankungen der Lunge, enger Kontakt mit Infizierten

Literatur

Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP): Leitlinien zur Pneumonieprophylaxe. Online verfügbar unter: https://pneumologie.de/publikationen/leitlinien/federfuehrung (zuletzt geprüft am 30.12.2024).

Menche, N., Keller, C., Teigeler, B. (2023). Pflege heute (8. Aufl., S. 32). Elsevier

Robert Koch-Institut (2024): Epidemiologisches Bulletin. Aktuelle Daten und Informationen zu Infektionskrankheiten und Public Health. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2024/Ausgaben/04\_24.pdf?\_\_blob=publicationFile (zuletzt geprüft am 30.12.2024).

World Health Organization (o.J.): Pneumonia. Online verfügbar unter: https://www.who.int/health-topics/pneumonia#tab=tab\_1 (zuletzt geprüft am 30.12.2024).

Autor:in

Laura AnderleSabrina TilmesMehmet Can
Mitarbeiterin (ehem.)Wissenschaftliche Mitarbeiterin (ehem.)Pflegespezialist
Stabsstelle Digitalisierung und PflegewissenschaftStabsstelle Digitalisierung und PflegewissenschaftStation 8.1 HTC
Universitätsklinikum AugsburgUniversitätsklinikum AugsburgUniversitätsklinikum Augsburg